Allgäuer Zeitung zu »Peterchens Mondfahrt«

»Regisseurin Ingrid Gündisch ist eine sehr poetische und bezaubernde Inszenierung gelungen, die auch Höhepunkte für erwachsene Zuschauer hat. Die Figuren und der besonders schöne Einfall, den Flug zum Mond als Schattenspiel zu zeigen, wurden von den Kindern dankbar aufgenommen. Lilith-Marie Cremer hat die Bühne bildstark auf das Nötigste reduziert, ihre liebevoll und detailfreudig ausgestalteten Kostüme sind eine Augenweide. Zum Schluss gab es viel Jubel und langen, stürmischen Applaus.«

 

 

Stadtblatt Innsbruck (Bezirksblätter) zu »Alpenglühen«

»Mit Turrinis "Alpenglühen" im K2 in der Werkstatt ist Regisseurin Ingrid Gündisch und ihrer Ausstatterin Stella Krausz indes ein regelrechtes Theater-Highlight gelungen. (...) Andreas Wobig und Antje Weiser befeuern sich in diesem meisterhaften Vexierspiel, dass es eine wahre Freude ist. Wer dieses Meisterwerk sehen möchte, hat noch sieben Mal die Gelegenheit dazu.«

 

Tiroler Tageszeitung zu »Alpenglühen«

»Als Zuschauer ist man hautnah bei diesem vertrackten Spiel mit der Wirklichkeit dabei. Regisseurin Ingrid Gündisch bleibt in ihrer dichten Inszenierung Turrinis Täuschungs-Text treu, auf optisches Alpen-Ambiente (Bühne und Kostüme: Stella Krausz) wird verzichtet. Stattdessen gibt's steiles Schauspiel zu sehen: Antje Weiser schlüpft leichtfüßig und behände von einer Rolle in die nächste, Andreas Wobig nimmt man den feingeistigen Blinden genauso ab wie den untergriffigen Altnazi. Fabian Schiffkorn haucht indes dem naiven Bauernbuben mit einnehmender Mimik Leben ein. Ein packender Ausflug in schauspielerische Höhen, die alles andere als schwindelfrei sind.«

 

Badische Zeitung (Kultur) zu »Am Ziel«

»Von der ersten Sekunde nimmt man Regine Effinger - kerzengerade Körperhaltung, hochgesteckte Haare, eine am Goldkettchen hängende Lesebrille, gekleidet in eine hochgeschlossene graue Bluse, einen grauen Rock und elegante graue Schuhe - diese Mutter ab. (...) So wie die Tochter jedes einzelne Kleidungsstück in die Hand nimmt, faltet, nach Farben ordnet und am Bühnenrand ablegt, so vergewissert sich die Mutter ihrer Biographie beim Reden über sie. Sie nimmt Lebensereignisse einzeln in den Mund, wiederholt, zerkaut und legt sie ab - wie um sie unter Kontrolle zu behalten, um sich ihrer sicher zu sein. Weil sie sonst nackt dastünde? Einsam und verbittert? Die Idee der Regisseurin Ingrid Gündisch mit den Kleidern ist einfach (und) genial. (...) So eindeutig bitterböse der Text ist, so eindeutig gefangen zwischen Tragik und Komik fühlt man sich auf den Zuschauerrängen. Man kann nicht anders, als sich zu amüsieren! Einen heiteren Tragiker, einen makabren Humoristen, einen lachenden Rebell hat Marcel Reich-Ranicki den Erzähler Bernhard einmal genannt. Wer "Am Ziel" im Wallgraben sieht, wird die Charakterisierungen unterschreiben können. Und einen großen Schauspielabend erleben. Begeisterter Premierenapplaus für Darsteller und Regie.«

 

Nürnberger Zeitung zu »Maß für Maß«

»Dass der rund 400 Jahre alte Stoff auch heute noch zu fesseln vermag, beweist Ingrid Gündisch in ihrer stimmigen, sehr unterhaltsamen Inszenierung, die vom Premierenpublikum begeistert aufgenommen wurde. (...) Die komödiantischen Aspekte dieser Tragikomödie inszeniert Ingrid Gündisch treffsicher, wobei Philosophie und Zote oft dicht beieinander liegen. Teilweise nah am Klamauk, doch ohne in die Klamotte abzurutschen, stellt sie die unbekümmert-deftige, Testosteron-gesättigte Welt des Rotlichtmilieus in Kontrast zur unerbittlichen, moralisch-scheinheiligen Welt der Macht. Eins wird klar: Politik und Moral sind zwei Paar Stiefel, die nicht zueinander passen wollen.«

 

Badische Zeitung (Kultur) zu »Elling«

»Im Mittelpunkt der von Ingrid Gündisch mit viel Liebe zum Detail inszenierten Geschichte stehen zwei Männer, die aus einer Irrenanstalt entlassen worden sind. (...) Ingrid Gündisch hat, wie schon Hellstenius, der das Theaterstück nach dem Roman "Blutsbrüder" von Ingvar Ambjörnsen entwickelte, die Figuren ernst genommen. Der Zuschauer muss sich nie auf ihre Kosten amüsieren, er wird nicht zum Voyeur, sondern vielmehr zum heiter gestimmten Miterleber, dem so manch eine Unsicherheit der Bühnenfiguren sehr bekannt vorkommen dürfte.«

 

Westdeutsche Zeitung (Wuppertal Kultur) zu »Kalif Storch«

»Ingrid Gündisch holt dafür den Orient ins Tal: Mit vielen bezaubernden Momenten, witzigen Einfällen und leisen, menschlichen Zwischentönen erzählt die Regisseurin eine märchenhafte Geschichte über Freundschaft, Optimismus und Machtgier. Dabei erhält die Botschaft, dass das Gute am Ende doch die Nase vorn hat, eine erfreuliche Nuance: Ob als Löwe oder Storch, unbedarfter Kalif oder verwunschene Prinzessin – im Leben geht’s darum, nicht aufzugeben. Durchhalten lohnt sich, auch wenn die Lage hoffnungslos zu sein scheint. Und echte Freunde halten zusammen. So einfach ist das – aber auch so schwierig.«

 

 Wuppertaler Rundschau zu »Kalif Storch«

»Von Beginn an ziehen die Schauspieler durch ihr dynamisches Spiel das jugendliche Publikum in ihren Bann. (...) Für die Inszenierung sorgte Ingrid Gündisch, die geschickt moderne Elemente mit der märchenhaften Vorlage Hauffs paart. (...) Gündisch erzählt das Märchen mit witzigen Einfällen, aber auch mit leisen, nachdenklichen Tönen. Freundschaft und das gemeinsame Bewältigen von Problemen sind ihre Themen. Sie macht Mut nicht aufzugeben und Stärke zu zeigen.«

 

Bergische Blätter zu »Kalif Storch«

»Zauberhafte Flüge durch den leuchtenden, orientalischen Nachthimmel, Reisen durch verlassene Tempel und die Begegnung mit einer verzauberten, indischen Prinzessin. „Kalif Storch“ hat alles, was ein hervorragendes Märchen braucht, als da wären skurrile Charaktere, die man einfach mögen muss, ein spannender Plot, durch Tanz und Musik gekonnt aufgelockert, aufwendige Bühnenbilder und spektakuläre Effekte aus 1001er Trickkiste. Überdies finden sich ein Cameo-Auftritt von Siegfried und Roy sowie ein Schurkenrap aus Vohwinkel. Das Stück von Wilhelm Hauff wurde von Ingrid Gündisch inszeniert, die zum ersten Mal bei den Wuppertaler Bühnen arbeitet. Herausgekommen ist dabei ein prächtiges und sehr kurzweiliges Familienstück, das einen träumen lässt.«

 

Berner Zeitung (Kultur) zu »Pinocchio«

»Das diesjährige Weihnachtsmärchen ist aus solidem Holz geschnitzt: Der von Andri Schenardi mit Witz und Geist gespielte Pinocchio erweist sich als perfekte Identifikationsfigur für die kleinen Theaterbesucher. (...) Mit dieser Geschichte setzen Ingrid Gündisch (Inszenierung) und Karla Mäder (Dramaturgie) auf einen Stoff, der nichts von seiner Faszination eingebüsst hat. (...) ›Pinocchio‹ gelingt es, auf kurzweilige und intelligente Art zu punkten.«

 

Berner Zeitung (Region), Berner Oberländer zu »Pinocchio«

»Das heurige Weihnachtsmärchen ist ein optischer und szenischer Genuss mit vielen reizenden und witzigen Einfällen. Kleine wie große Zuschauerinnen und Zuschauer haben ihren Spaß bei den teils sehr gefährlichen Abenteuern des hölzernen Pinocchio, der sich in einer Mischung aus Gutmütigkeit und Naivität, Verschlagenheit und Lügen hin zum Menschsein entwickelt. (...) Augenzwinkernd, witzig, leichtfüßig und mit viel Gefühl für szenische Effekte – so setzt Regisseurin Ingrid Gündisch das Weihnachtsmärchen um. (...) Man hört den teils philosophisch anmutenden, teils mit Moralin angereicherten Weisheiten der Blauen Fee (Milva Stark) oder der 103 Jahre alten Grille (Thomas Pösse) anteilnehmend und aufmerksam zu. Und wischt sich die eine oder andere (Freuden)-Träne aus den Augen. Im Wissen drum: Dieser spaßig-eigenwillige Pinocchio genießt die Sympathien von jung und alt.«

 

InFranken.de zu »Der Hofmeister«

»Um der Gefahr des Lehrstückhaften zu entgehen, setzen Regisseurin Ingrid Gündisch und Ausstatterin Angela Loewen in der Eigenproduktion des Stadttheaters Fürth gekonnt auf spielerische Leichtigkeit. Schon der Prolog auf der noch leeren schwarzen Bühne hat es in sich: Hofmeister Läuffer wird zwar noch nicht von arroganten Adeligen, aber vom Verfolgerscheinwerfer geknechtet. Sofort ist klar: Es geht um Groß und Klein, um Oben und Unten. Der Zeitenmix, den die Inszenierung wagt, ist ästhetisch perfekt gelungen: Die abstrahierenden Bauten und die historisierenden Kostüme oszillieren zwischen Sturm und Drang, Brecht-Bühne und der Gegenwart, die rasante komödiantische Szenenfolge wird durch die Zwischenmusik von Phil Glass noch vorangetrieben. Und immer wieder wird mit Theaterzauber in seiner ursprünglichen Form gepunktet. (...) Der Abend besteht aus einer Fülle von Szenen, die deshalb so unterhaltsam und spannend sind, weil alle Figuren in sich stimmig und präzise aufeinander bezogen sind. Dazu braucht es nicht nur eine so begabte Regisseurin wie Ingrid Gündisch, die ihre Darsteller mit Mut, Herz und Verstand führt. Dazu braucht es auch Schauspieler, die souverän genug sind, ihr Heil eben nicht nur in komödiantischer Überspitzung zu suchen.«

 

Berner Zeitung zu »Die Schneekönigin«

»An der Premiere machten die Kinder begeistert mit, halfen Gerda lauthals schreiend dabei, sich an Kay zu erinnern oder riefen ›Wäh‹, als die beiden verliebten Raben sich küssten. (...) Bei den Räubern im Wald kommt es zu vielen Slapstickmomenten, die die Kinder mit Begeisterung verfolgten.«

 

Stuttgarter Nachrichten zu »Aladin und die Wunderlampe«

»Ingrid Gündisch inszeniert in ›Aladin und die Wunderlampe‹ liebevoll ein temporeiches Stück. Immer wieder jagen sich die Figuren quer durch den Saal und über die Bänke. Gelotst werden sie dabei von den Kindern im Publikum. Diese haben großen Spaß - nur wenn sich zwei küssen, sind sie nicht begeistert. Romantische Szenen werden mit ›Iiiieh‹-Rufen untermalt. Am Ende aber schreien die Kinderstimmen nicht mehr ›iieh‹ auch nicht ›nein‹ sondern ›Zugabe‹.«

 

Kölner Stadtanzeiger zu »Minna von Barnhelm«

»Das erfrischende Spiel der Akteure aus Aachen garantierte einen unterhaltsamen Theaterabend. (...) Da hat die junge Regisseurin, Ingrid Gündisch, ganze Arbeit geleistet.«

 

Die Deutsche Bühne zu »God save America«

»Die Regisseurin Ingrid Gündisch lotet gerne Zwischenräume aus. Das Lebensgefühl von Menschen beispielsweise, die ihre alte Heimat verloren und eine neue noch nicht gefunden haben. (...) Die Qualität ihrer Inszenierung von ›God save America‹ an der Württembergischen Landesbühne Esslingen liegt darin, dass sie im großspurigen Plänkelton der Yuppies die Traurigkeit der vom amerikanischen Traum geprellten Menschen erkennt. Ihre Stärke ist es, zwischen den Zeilen zu lesen.«

 

Fränkische Landeszeitung zu »God save America«

»Die Selbstironie, die Biljana Srbljanovic so mag, wendet Ingrid Gündisch folgerichtig auf das Stück an. Sie kippt es erst in eine sanfte Schräglage, bringt es dann zum Schweben und baut die, nun ja, kafkaesken Momente - die Hauptfigur heißt nicht umsonst nach der von Kafkas Amerika-Roman - stillschweigend akkurat aus. Gündisch holt das Niedergangsboulevard mit seinen vorhersehbaren Typen, die irgendwann doch einen kleinen Haken schlagen, aus Biljana Srbljanovics Text. (...) Zum guten Schluss bleibt alles offen. Das Ende. Und das Fenster. Kein Selbstmord wie bei Srbljanovic. Es schneit nur. Dean Martin zuckert sein Liebeslied darüber. Karl Roßmann tanzt. Glücklich wie ein Kind über den ersten Schnee. Glücklich und doch befreit. Vielleicht hat er jetzt doch etwas begriffen.«

 

Die Deutsche Bühne zu »Endspiel«

»In Nürnberg hat sie im Malsaal des Staatstheaters Samuel Becketts ›Endspiel‹ inszeniert. Dieses Drama des Absurden hat sie stimmig, aber eher konservativ in Szene gesetzt. Wie aus dem Lehrbuch richtete sie die Endzeit-Bilder im weiten Bühnenraum von Friederike Baer ein. Doch den prägnanten Sprachwitz Becketts, der vielen Interpreten in den nihilistischen Trümmerdialogen entgeht, arbeitet sie originell heraus. Und das wiederum zeigt eines ihrer besonderen Talente.«

 

Die Deutsche Bühne zu »Anne Frank«

»Die Schauspielerin Katja Kuhlmann spielt die Rolle der Anne. Sensibel, aber ohne Betroffenheitskitsch zeigt sie, wie das Mädchen sich als Ausgestoßene erlebt. Mit ihrem Spiel schafft es Kuhlmann, dass selbst die coolsten Teenager aufmerksam lauschen. Die Regiearbeit geht unter die Haut.«

 

Aachener Nachrichten und Aachener Zeitung zu »Nora«

»Fast boulevardesk nimmt sich der erste Teil des Lebenslügen-Schauspiels aus, das die Regisseurin Ingrid Gündisch im Aachener Grenzlandtheater ebenso leichthändig wie stilsicher und konsequent in Szene setzt. (...) Nach der Pause setzt die Regisseurin zu einem furiosen Finale an. (...) Stürmischer Applaus samt der offenbar unvermeidlichen Standing ovations für ein starkes Stück, das hier mit ebenso starken Darstellern punkten kann - ganz staubfrei, nach 127 Jahren.«

 

Südwest Presse zu »Nellie Goodbye«

»Zeitgenössiches Jugendtheater kann bewegend sein, ohne ins Kitschige abzudriften. Das beweist die Landesbühne Esslingen mit Lutz Hübners ›Nellie Goodbye‹. (...) Mit mehr solchen Stücken — und mit mehr solchen Inszenierungen — dürfte die Krise des Jugendtheaters bald Vergangenheit sein.«

 

Esslinger Zeitung zu »Nellie Goodbye«

»Lutz Hübners Jugendstück ›Nellie Goodbye‹, von Ingrid Gündisch im Zollberg-Theater der Esslinger Landesbühne inszeniert für Zuschauer ab 14 Jahren, geht ein enormes Wagnis ein: Es konfrontiert eine witzige Gute-Laune-Zone mit dem Ungeheuerlichsten der menschlichen Existenz. Verklärt wird da nichts: Es ist einfach so – bitter und auswegslos. (...) Und doch gibt das Stück – und mit ihm Gündischs charakterscharfe, situationsklare Inszenierung – der Bitterkeit nicht das letzte Wort, sondern der Solidarität: Die Hoffnung stirbt nicht. Der Tod dringt mit gleißenden Scheinwerfern in den hübsch angesifften Probenraum (Bühne Helke Hasse): schmerzlich blendend, aber auch ein Licht von außen, aus dem Freien.«

 

Aachener Nachrichten zu »Kabale und Liebe«

»Die junge Regisseurin Ingrid Gündisch weiß, was sie will. Im Grenzlandtheater inszeniert sie Schillers ›Kabale und Liebe‹. (...) In ihrer ebenso schnörkellosen wie anrührenden Inszenierung greifen selbst gestandene Männer im Publikum zum Taschentuch.«

 

Grenz-Echo zu »Kabale und Liebe«

»Zeit für große Gefühle im Grenzlandtheater Aachen: Dort inszenierte eine junge Regisseurin Schillers letztes Sturm- und Drangwerk ›Kabale und Liebe‹ aussagestark, bewegend und kraftvoll. Stehend applaudierten die Zuschauer nach einer mitreißenden Premierenaufführung. Ingrid Gündisch hatte das Spiel um Machtmissbrauch, Unterdrückung, Intrigen, Vorurteile und eine himmelstürmende Liebe ohne eitles Formalgetue und mit festem Blick auf Friedrich Schillers dichte, farbige und bildreiche Sprache im Zeitlosen angesiedelt. (...) Nach rund zweieinhalbstündigem Klassikererlebnis sind innere Barrieren des Zuschauers beiseite gefegt. Jetzt ist er offen, erreichbar und mitempfindend. Er räsoniert und sortiert eigene Befindlichkeiten. Schillers farbige Zeichnung menschlicher Fährtensuche hat ihn für kurze Zeit über den Alltag hinausgehoben. Fazit: Ein lohnender Theaterbesuch.«

 

Bonner General-Anzeiger zu »Die bitteren Tränen der Petra von Kant«

»›Die bitteren Tränen der Petra von Kant‹ ist eine genaue Studie über emotionale und soziale Ausbeutung, die ihre Schärfe aus Künstlichkeit und Melodramatik der Darstellung bezieht. Fassbinders 1971 entstandenes Stück versieht seine Figuren mit Populärerkenntnissen, die in jedem Kitschroman vorkommen könnten, doch ohne sie je zu denunzieren oder zu ironisieren. Daran hält sich auch die junge Regisseurin Ingrid Gündisch im Kölner West-End-Theater. Mehr noch, sie webt mit den schon aus ihrer vorherigen Inszenierung (›Yard Girl‹) bekannten psychologischen Tiefenbohrungen ein enges Netz emotionaler Konvergenzen. (...) Ingrid Gündisch hat erneut ihre Begabung für seelische Feinziselierung bewiesen, und es ist zu hoffen, dass die Regisseurin bald auch in größerem Rahmen inszenieren wird.«

 

Kölnische Rundschau zu »Yard Girl«

»Ingrid Gündisch und ihre Schauspielerinnen zaubern Leben in die konventionell gezimmerte Ästhetik der Vorlage. Hier spielt man weder die Betroffenheitskarte aus, noch übt man sich im prätentiösen Versuch, möglichst derb und abgebrüht vom Leben auf den Straßen zu berichten. (...) Ingrid Gündisch lässt sie (die Schauspieler) aufmerksam in jeden Nebensatz hinein horchen und den Text ganz im Spiel entfalten. So öffnet sie dem Stück eine zweite Realität. (...) Sensibel entwickelt sich dieses Abgleiten von der spaßigen Angeberei zur leisen Trauer, weil präzise Körpersprache und Gesten der Teenager in den erzählerischen Rhythmus einfließen und nicht großspurig zur Schau gestellt werden. So erhalten die beiden Charaktere psychologische Facetten, und es entwickelt sich eine Vitalität, die das Drama der Yard Girls zu einem kleinen Theaterereignis macht. Starker Premierenbeifall.«